Es gibt appetitlichere Themen für einen Blog, aber irgendwie beschäftigt mich das.

Manchmal würde ich mit meinen Kollegen (den männlichen ausschließlich) tatsächlich mal ein Gespräch zum Thema Hygiene auf der Toilette führen. Und dann denke ich mir wieder "Ach ne, wir sind doch alle Erwachsene". Und dann denke ich "Aber gerade deswegen."

Es ist kompliziert und faszinierend. Da hat es ein Sitzklo - mit Trennwänden drum herum - und zwei Urinale. Für mich - aber wer bin ich schon - ergibt sich daraus eine fast natürliche Nutzungslogik: Sitzen = Sitzklo, stehen = Urinal. Kann mann natürlich auch anders machen, wobei zum Glück nur selten das Urinal für das Sitzgeschäft zur Anwendung kommt. Mir hat sich derweil nie erschlossen, warum man ein Sitzbecken zum Stehendpinkeln verwendet, wenn es nur Zentimeter daneben ein Pissoir hat. Das wäre sicherlich Teil des oben erwähnten Gesprächs.

Wenn Mann sich nun bewegt fühlte, seine Spuren nach erfolgreicher Nutzung soweit zu entfernen, wie sie zu Beginn des Geschäftes noch nicht vorhanden waren, wäre eigentlich alles gut - und niemand würde was merken.

Mit Abstand

Stattdessen aber landen immer wieder Tröpfen, Tropfen und ganze Pfützen rund um das betreffende Becken herum. Im faszinierendsten Fall finden sich diese Relikte regelmäßig in einer respektablen Entfernung von zehn oder zwanzig (!) Zentimeter - geschätzt, nicht gemessen -, was (bei mir) ganz automatisch die Frage erzeugt "Was machen die da eigentlich?" und vor allem: "Wie?" Wird da nach dem Abschluss des Hauptvorgangs zum Zwecke des Abtropfen-lassens einen Schritt vom Beckenrand zurück getreten?

Ist es danach - und Unfälle passieren nun mal - so abwegig, einmal zum Papier zu greifen, dieses zu Boden fallen zu lassen und dann mit Hilfe der eigenen Schuhe solche Spuren zu entfernen?

Wenn wir meine Oma besuchten, eine Tür offen stehen ließen, unser benutztes Geschirr nicht wegräumten oder selbst produzierten Dreck nicht entfernten, bekamen wir regelmäßig ein durchaus sarkastisches "Habt ihr zuhause Personal?" zu hören. Das war eine sehr freundliche Art, uns deutlich zu machen, dass wir selbst für unseren Dreck zuständig sind.

Also, liebe Männer: Habt ihr zuhause Personal?


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