Tag eins “danach” (07 Februar 2015)

Wir haben gestern Abend noch Abendgebet gefeiert und sind dann gemütlich zusammen essen gegangen. Es ergab sich ein guter und offener Austausch über die Optionen des Geistigen Zentrums.

Für mich ist klar, dass ich gerne einmal im Jahr wiederkommen möchte. Diese Auszeit ist einfach unbezahlbar. Nach dem Essen beim Italiener bin ich zurück ins Geistige Zentrum gegangen, um meinen Tagesabschluss zu feiern. Das war sehr schön, sehr rührig und ein wirklich guter Abschluss. Ich durfte meine kleine Meditationsbank mitnehmen. Eine sehr gute Erinnerung an viele sehr gemütliche und besinnliche Stunden.

Zurück in der Realität

Ich bin wieder zuhause, pflege meine kranke Frau und versuche, in Ruhe die vergangenen Tage zu verarbeiten. Es ist mir gelungen, die geschenkte Meditationsbank heile nach Bonn zu bekommen.

Es war eine ereignislose Zugfahrt, auf der ich eine Reihe von Möglichkeiten gefunden habe, zur Ruhe zu kommen. Im Speisewagen des ICE habe ich eine improvisierte Meditation eingelegt.

Ich bin gespannt, wie sich das Meditieren verändert, je länger ich es einübe. Auf jeden Fall will ich mir meinen Raum im Keller schaffen und mir feste Zeiten geben. Ich freue mich darauf. Irgendwann werde ich sicherlich anfangen, auch selber zu gestalten. Wir werden sehen.

Sicherer Ort (08 Februrar 2015)

Als ich vorgestern Abend alleine auf dem Sofa im Geistigen Zentrum saß, wurde mir klar, dass ich gleich einen sehr sicheren Ort verlassen würde. Das Zentrum war für mich nicht nur ein Ort, an dem ich Gott so begegnen konnte, wie es gerade richtig für mich war. Es war auch ein Platz, der mich von allem da draußen abschirmte, obwohl das Gebäude selber ja sehr zentral gelegen ist. Aber dort konnte ich mich völlig unabhängig takten, meinen Tagesablauf frei gestalten und jederzeit ganz bei mir sein, wenn ich es wollte.

Als ich ein letztes Mal die Tür hinter mir zu zog, war ich auf halbem Weg zurück in den Alltag. Schon der kommende Tag würde diktiert sein durch den Fahrplan der Bundesbahn, abhängig von Taxen und den Unwägbarkeiten der bahntechnischen Pünktlichkeit.

Auch hier zuhause bin ich zwar grundsätzlich frei, aber ich lebe doch in einer Partnerschaft, die völlig berechtigt ihre Anforderungen hat. Ab jetzt spielen der Kalender und Termine wieder eine Rolle. Am Mittwoch habe ich mein erstes Gespräch zum Thema Wiedereingliederung, in dem sich zeigen wird, was ich gelernt habe.

Erinnerungen

Aber nun geht es erstmal um das Hier-Sein. Mittwoch kommt früh genug. Bei mir sein, in mir mich selber finden, Gott finden in mir. Bei meiner Morgendmeditation habe ich Thomas’ Stimme gehört. Das war gut. Bei ihm und in seiner Obhut fühle ich mich geborgen.

Meine Erinnerungen werden sehr häufig bei mir sein. Jeder Gedanken zum Sein-Lassen wird direkt mit Gedanken an Thomas und meine Woche bei ihm verbunden sein. Ich werde ihn und meinen sicheren Ort sehr vermissen, aber ich werde versuchen, Teile davon in meinem Tag zu etablieren.

Ich habe eine wundervolle Chance bekommen. Tolle Erfahrungen haben die letzte Woche geprägt und mich einen großen Schritt weiter geführt auf meinem Weg, mein zukünftiges Leben bewusster und besser zu bewältigen.

Das alles wird immer mit Thomas Walter verbunden bleiben, der mich mit einem sehr tief gehenden Segen 2007 aus einem tiefen Tal heraus geführt hat. Er war jetzt wieder an meiner Seite, als ich ihn brauchte. Und ich weiss, dass er immer für mich da sein wird.

Was brauche ich mehr? Danke, Thomas.