Was bedeutet Social Collaboration

Unter dem Begriff Social Collaboration wird das Zusammenarbeiten innerhalb von Organisationen verstanden, welches durch Offenheit, Vertrauen und Teilen gekennzeichnet ist. Der Begriff kann im Deutschen nicht einfach mit Sozialer Zusammenarbeit übersetzt werden. Warum das so ist, habe ich bereits in meinem Blog diskutiert.

Der wesentlichen Charakter einer Social Collaboration Umgebung stellt die Beteiligung aller Organisationsmitglieder dar. Jeder kann Informationen zur Verfügung stellen, bestehende Informationen finden, nutzen und über geeignete Mechnismen bewerten ("Like", "Share", Kommentar). Diese Bewertung ermöglicht es anderen Benutzern, die Werthaltigkeit einer Information zu erkennen.

Das Netzwerk ist der Kern

Im Mittelpunkt der Social Collaboration steht der Mitarbeiter. Dieser ist durch ein Profil repräsentiert, das er durch eigene Angaben und Einstellungen anreichern kann. Profile können von jedem anderen Mitarbeiter durch Suchfunktionen gefunden werden. Mitarbeiter können sich untereinander als Kontakte verknüpfen, wodurch eine bestehende Verbindung gekennzeichnet wird – man kennt sich, man teilt bestimmte Schwerpunkte etc. Zusätzlich ist es möglich, den Beiträgen interessanter Personen in der Organisation zu folgen, ohne sich mit diesen als Kontakt zu verknüpfen.

Ende der stillen Post: Offene Kommunikation
Bild: anpet2000 / 123RF Stock Foto

Die Beiträge des eigenen Netzwerkes (verknüpft oder gefolgt) werden in einer Zeitleiste angezeigt, dem sog. Aktivitätenstrom, denn was das Netzwerk eines Mitarbeiters an Informationen generiert, ist potentiell auch für den Mitarbeiter selber interessant. So kann jeder Mitarbeiter filtern, welche Informationen er angeboten bekommt und welche nicht. Wer Informationen zur Verfügung stellt, muss sich – im Gegensatz zu Medien wie z.B. EMail – keine Gedanken mehr darüber machen, für wen diese Information nützlich ist und an wen er oder sie diese weitergeben muss.

Informationen bekommen Bedeutung durch Bewertung

Durch die oben genannten Bewertungsmechanismen wird die Wertigkeit einer Information für das Netzwerk gekennzeichnet. So erkennt das Netzwerk schnell, welche Informationen wertvoll zu sein scheinen. Hierbei sind Ehrlichkeit bei der Bewertung und Vertrauen Grundlage der Zusammenarbeit. Der Informationslieferant kann auf diese Weise erkennen, welche Informationen für sein Netzwerk hilfreich sind und welche nicht.

Die unterschiedlichen Werkzeuge gängiger Collaboration Suiten sorgen für breite Anwendungsoptionen und decken einen Großteil der im gewöhnlichen Kommunikationsbetrieb benötigten Fallbeispiele ab:

ChatDirekte Kommunikation (Personen oder Gruppen) über einen Chat-Client
BlogArtikel schreiben und veröffentlichen
Micro-BlogStatus-Update
WikiStukturierte Dokumentation
ForumDiskussionen führen
FilesAblegen und veröffentlichen von Dateien
AufgabenAufgaben planen, zuweisen, strukturieren und überwachen
IdeationIdeen gemeinsam entwickeln
CommunitiesThematisch und/oder zugriffsrechtlich geschlossene Benutzergruppen

Die Herausforderung ist nicht die Technologie

Social Collaboration verändert die Kommunikationsstrukturen in einer Organisation nachhaltig. Dies ist ein direkter Eingriff in die gelebte Kultur eines Unternehmens. Für viele Mitarbeiter – insbesondere in Führungspositionen – geht damit auch ein Stück Kontrolle verloren. Die Organisation wird hinsichtlich regionaler und organisatorischer Grenzen durchlässiger.

Diese Veränderungen können so massiv sein, dass sie von Anfang an aufmerksam und mit viel Einfühlungsvermögen gehandhabt werden müssen. Social Collaboration auf Anweisung wird niemals funktionieren. Die Organisation muss die Individuen viel enger in entsprechende Aktivitäten einbinden, als dies bei anderen Projekten bislang notwendig war.

In den fünf Phasen Strategie, Planung, Einführung, Begleitung und Bewertung wird Ihre Social Collaboration Vision schrittweise und behutsam in Ihrer Organisation umgesetzt. Immer wieder werden wir Gelegenheit haben, das Erreichte detailliert und kritisch zu betrachten und Anpassungen an der Strategie vorzunehmen.

Es empfiehlt sich, mit einem begrenzten Kreis von Benutzern und nur einer sehr begrenzten Anzahl von Anwendungsfällen zu starten. So behalten wir die Übersicht und können flexibel reagieren, wenn Veränderungen notwendig sind.

Es ist wichtig, von Beginn an eine gut ausgewählte Gruppe von Benutzern einzubinden, da diese schrittweise zu den Fürsprechern und Vermarktern der Thematik im Unternehmen ausgebildet werden.

Es ist für den Gesamterfolg solcher Initiativen entscheidend, bereits früh das geplante Vorgehen und die Vision in der gesamten Organisation zu kommunizieren und bekannt zu machen. Eine Social Collaboration Initiative braucht dringend die aktive Unterstützung der Unternehmensleitung (Vorbildfunktion).

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